Wandel

 

Brauche einen Ausweg aus der Monotonie meines Seins, will aufbrechen.

Wohin? Egal!

Will handeln von Moment zu Moment, mich Daheim fühlen im ständigen Wechsel der Geschehnisse.

Will all diese Normen und Regeln brechen.

Will von jetzt auf gleich alles hinter mir lassen, ohne auch nur einen Gedanken an das Vorherige zu verschwenden.

Nur einzig und allein mit nichts vor der Zukunft stehen, fallen ins spontane Geschehen, ohne einen Blick zurück, ist wohl das Einzige, was in mir noch Lebenskraft entfacht.

Das ständige Ungewisse zu tun, was der Moment einem sagt, ist es, was mich wieder Kind sein lässt.

Frei in meinen Gedanken, frei in meinem Wesen, keine gesellschaftlichen Tabus, die mich bremsen.

Unaufhaltsam will ich mich vertiefen, will mich voll und ganz hingeben, der grenzenlosen Freiheit.

Keinen Moment mehr in der Zeit erleben, der gleich bleibt.

Gib mir den Mut und die Kraft auszubrechen, aus dem, was mich so stark langweilt, um mich voll und ganz reinzustürzen in das, was diese große weite Welt für mich bereit hält.

Monotonie, du bist es, die mich bei lebendigem Leibe auffrisst.

Wie ein Löwe, der seiner Freiheit beraubt, im Käfig verzweifelt wartet, drauf und dran vor seinem Schicksal zu kapitulieren.

Noch vom letzten Tropfen Hoffnung an Freiheit nährt.

Doch viel ist nicht mehr da, es ist höchste Zeit, das Tier frei zu lassen.

Noch ist Energie da, um in Freiheit Großes zu schaffen.

Doch eingepfercht im Käfig vergeht es.

Nach und nach wird es freiwillig gezähmt, es fängt an sich damit abzufinden, dass ihn kein Weg rausführt.

Was war es einst so tapfer und stark, hat sich mit Händen und Füßen gegen diesen Umstand gewehrt.

Müde vom Rebellieren gegen diese schirr unüberwindbaren Mauern.

Bitte gebt ihm noch einmal die Kraft für den einen Moment, in dem ihm das Leben, das Leben für ihn bereithält. Sodass er diesen Kampfgeist, den er während all dieser Qual aufrecht gehalten hat, für etwas verwendet, das ihn voll und ganz erfüllt.

Und da ist er, der Moment.

Man öffnet ihm die Tür, doch der Löwe steht zu aller Verwunderung starr wie verwurzelt da.

Er fängt an zu realisieren, dass es in der Tat gar kein Käfig gab, dass die Illusion seiner Angst ihn seit Jahren gefangen hat.

Und er begreift die Macht seiner Gedanken und sagt zu sich: Wenn man es nur schafft, sich aus seinem selbst errichteten Käfig zu befreien, ist man wohl selbst in echter Gefangenschaft frei.

Also beschließt er von nun an wie ein Adler zu denken und zu fühlen.

Er konzentriert sich ausschließlich auf das Fliegen und verschwendet keine Sekunde an den Gedanken zu fallen.

Natürlich braucht es seine Zeit, bis der Adler die Überzeugung zu fliegen verinnerlicht hat.

Anfangs ist es etwas seltsam, da er schon wie ein Adler redet, aber noch nicht fliegen kann.

Und da fragen ihn die anderen Adler: Warum fliegst du denn nicht?

Und er antwortet :Na seht ihr denn nicht? Man hat mich in einen unsichtbaren Käfig gesperrt.

Doch sie verstehen ihn einfach nicht.

Der Adler konzentriert sich ungeachtet dessen weiterhin auf das Fliegen.

Entgegen seiner Zweifel und der Zweifel alle anderen er hört nicht mehr auf seinen Verstand, der mit seiner Logik alles in Frage stellt.

Er fängt an auf sein Bauchgefühl zu vertrauen und sagt zu sich, wenn er sich das Fliegen vor seinem inneren Auge vorstellen kann, dann kann er es auch in die Realität umsetzen.

Und eines Tages gelingt es ihm sich tatsächlich sich von den Fesseln zu lösen.

Und da spürt er es deutlich in sich: Der Moment ist gekommen, es ist an der Zeit zu fliegen.

Die Angst vor dem Fallen ist vergangen.

Die Flügel weit gespreizt, die Brust stolz nach außen gewölbt.

Ein tiefer Atemzug, der Sprung, ein Federnschlag entfernt vom Fall.

Lang studiert, was fliegen heißt, und ach Gott, wie genießt er es.

Ein Genuss, der sicherlich nicht so intensiv wäre ohne das vorherige Gefecht.

All die Kämpfe scheinen mit einem Male wie weggeblasen.

Dieser Wert, die Angst vorm Fall zu verlieren, unbezahlbar.

 

Heute fliegt der Adler sogar über den anderen.

Die anderen Adler merken, dass ihre Kraft einfach nicht ausreicht, um dort oben zu fliegen.

Nun fangen sie an zu begreifen.

Der Adler lacht, aber nicht aus Genugtuung, sondern lediglich aus der

Freude am Fliegen.

Er weiß, dass es dem Adlerauge sehr schwer fällt Dinge zu

glauben, die es nicht sehen kann.

 

Mir ist es gelungen, die Mauern einzureißen.

Die von mir selbst erschaffenen Mauern.

Dachte mit diesen Mauern, mir einen Schutz gebaut zu haben. Rückblickend weiß ich, dass ich mir damit ein eigenes Gefängnis geschaffen habe.

Und nun fange ich an mich zu fragen:

Wo führt mich mein Weg hin, wenn ich die Person bin, die ich bin.

Mich reizt es ungemein es auszutesten nur ich zu sein, mit all meinen Facetten.

Mit allen Höhen und Tiefen.

Will mich leiten lassen von Gefühlen.

Ich will nicht mehr überall hinpassen.

Ich zelebriere es ich zu sein, auch wenn dies bedeutet, Menschen gehen zu lassen.

Lang, viel zu lang, versucht dem Umfeld das zu bieten, was ihm gefällt.

Sorry, das ist nicht meine Welt.

Schluss damit, ich kann es nicht.

Nie mehr werde ich mich verleugnen, nie mehr werde ich mich beugen, ich mache nur noch was ich fühle, alles andere ist nichts als Lüge.

Ich bin, wer ich bin, alles andere macht keinen Sinn.

Ich habe Jahre verschwendet darzustellen, was man um mich rum sehen will.

Ich habe ein Recht auf freie Entfaltung.

Ich bin ein Individuum mit einer eigenen Meinung.

Ich habe mich verbogen, habe gemacht und getan, doch selbst das hat es so manchem nicht angetan. Ich hab es so satt mich zu quälen, um Menschen zu gefallen, denen die wichtigsten Dinge im Leben fehlen.

Mich bockt es nicht mehr, ob ich dir passe, System mit deinen Vorgaben ich passe in kein Raster.

Ich bin nicht Max Mustermann, Anzug, Krawatte, promoviert.

Max Mustermann wird niemals aus der Reihe tanzen, denn er ist ein Leiherkasten.

Max Mustermann braucht sich nicht einmal mehr zu verkleiden, er ist von einem Roboter kaum mehr zu unterscheiden.

Handeln nach Programm, ja, das ist Max Mustermann.

Sein Lebenslauf ist gut strukturiert, weißt keine Lücken auf, meiner hingegen klingt nach Leben.

Wo führt das alles hin, Jenny und Simon sind genauso wie Lisa und Tim, wie ein Ei gleicht dem anderen;

Wo ist da bitte der Sinn?

Man wird von klein auf gezwungen in dieses System zu passen, koste es was es wolle, auch wenn Menschen dafür ihr eigenes Leben hassen.

Hauptsache wir funktionieren, damit ein paar Aktionäre nur noch mehr kassieren.

Ich will einfach nur den Mut haben, Neues auszuprobieren und alles stehen und liegen zu lassen, diese Angst das zu verlieren, was bereits so scheiße ist, ist doch krankhaft.

Wir warten ein Leben lang und reden uns ein, wenn dieses oder jenes eintrifft, fang ich etwas Neues an, das Leben ist zu kurz und jeder Tag ohne Lachen eine Gräueltat.

Du solltest dich wohlfühlen und wenn du merkst, es ist nicht so, dann ändere es.

Scheiß auf die Angst, nur dann wirst du froh.

Mut wird belohnt, er kann es sein, der dich vor einem frustrierten Leben verschont.

Schieb dein Leben und dein Recht auf freie Entfaltung nicht vor dir her.

Glaub mir, es ist nicht so schwer, erhebe den Anspruch darauf mit allen Mitteln.

Es gibt einen Grund, warum wir alle so verschieden sind.

Meiner Meinung nach steckt in jedem von uns ein Genie, dem es nur Raum zu schenken gilt.

Dein Genie ist der gesamte Plätzchenteig, lass dich nicht plattwalzen und in eine winzige Sternschnuppenform pressen, nur weil irgendwer gerade Bock auf Kekse in Sternschnuppenform hat.